Sonntag, 25. März 2012

Kleiner Nachschub

Ich sehe
weiße Wolken
purpurblaues Meer
braun widerwärtiger Sumpf
Hoffnung keine mehr.

Ich sehe
Fleisch sich drehen
ein Glas zerspringt entzwei
Politiker nach unten schauen.
Kein zurück.

                                 

Bildquelle:
http://www.taz.de/!82074/ 

Dienstag, 10. Januar 2012

Neues von der Atomlobby


Während in Deutschland die Proteste gegen Atomkraftwerke in der Bevölkerung immer lauter wurden und damit der Druck auf die Bundesrepublik wuchs,  verkündeten damals die Lobbyisten der Energiewirtschaft, dass Deutschland trotz Fukushima auf Atomstrom nicht verzichten könne. Sie drohten uns Horrorszenarien an von der Abhängigkeit vom Ausland,  kaum bezahlbare Energiepreise und die Stromknappheit vor allem zu der Weihnachtszeit.

Weder die angedrohten steigenden Preise noch irgendein anderes Untergangszenario bewahrheitete sich. Im Gegenteil:

Einen Tag vor Weihnachten berichteten einige Medien kleinlaut von der Energiestatistik Deutschlands im Jahr 2011. So hatten die Großkonzerne trotz Abschaltung von 8 Atomkraftwerken immer noch genügend Strom produziert, um ihn am Weltmarkt zu verkaufen, sprich zu exportieren.
Haupteinkäufer des deutschen Stroms waren die Österreicher und Schweizer.

Vor ein paar Tagen dann die schreckliche Nachricht: Deutschland macht sich vom österreichischen Strom abhängig! Wir produzieren zu wenig Strom! Es muss extra ein stillgelegtes Kraftwerk in Österreich wieder hochgefahren werden!

Es ist nicht schwer zu erraten, wer was mit dieser Aussage bezweckt. Da die deutschen Atomkraftwerke jahrelang (und heute auch noch immer) staatlich subventioniert werden und für die Abfallentsorgung kein einziger Cent durch die Großkonzerne gezahlt werden muss, ist die Atomkraft ein ziemlich rentables Geschäft, was so mancher Energieriese nicht missen möchte.


Meiner Meinung nach hat die entstandene "Stromknappheit" nicht mit der Abschaltung der Kernkraftwerke, sondern vielmehr mit dem Börsenhandel von Strom zu tun. Ist ein Land bereit wesentlich mehr Geld zu bezahlen, wird dieser Strom natürlich gerne exportiert. Doch leider sind die genauen Zahlen sehr schwer zu ermitteln und die 4 großen Energiekonzerne in Deutschland haben kein großes Interesse daran, dass jeder x-beliebige Bürger sich die genauen Daten anschauen und analysieren kann. Dann würde vielleicht der eine oder andere Kunde auf die Idee kommen, die Preise seien realitätsfremd und nur auf die Börse und den Unternehmensgewinn ausgerichtet.

Das letzte Wort in dieser Debatte ist noch nicht gesprochen, aber man sollte nicht allzu viel auf die Panikmache in den Medien seitens einiger „Vertreter“ geben und sich lieber die Zahlen und Fakten anschauen: Denn die sprechen (neben allen ökologischen und gesundheitlichen Gründen) deutlich für den Ausstieg!

Quellen: 
Artikel aus der taz "Statistik widerlegt Atomlobby", 23.12.2011
Artikel der dpa "Deutschland braucht Strom-Hilfe aus Österreich", 05.01.2012

Bildquellen:


Donnerstag, 24. November 2011

Die Christliche Taliban



In den letzten Jahren wird eine Bewegung in den USA immer stärker, die man als christliche Fundamentalisten bezeichnen kann.
Sie kämpfen unter Anderem gegen die (ihrer Meinung nach) vorherrschende sexuelle Konsumkultur, weltliches Wissen, Schwule und Abtreibung.
Es gibt mittlerweile christlich-fundamentale Schulen, Hochschulen und Universitäten. In aufwendigen Multimediashows und Clips im Internet präsentieren sie sich als Gemeinschaft für eine bessere Welt; eine „Armee der Liebe“.




Sie sind der Auffassung, dass wenn man Homosexuelle anerkennt, Gott den USA die Liebe entziehen würde. Frauen gelten für sie nur als Gebärmaschinen, die dem Mann zu dienen, den Haushalt zu führen und Kinder zu erziehen haben. Andere Religionen werden verachtet und die Verfassung der USA als feindlich gegenüber der Bibel angesehen.

Diese Bewegung schaffte es, das Modell der Homeschool salonfähig zu machen, so dass es mittlerweile über 2.000.000 Kinder in den USA gibt, die Zuhause unterrichtet werden.
Die Eltern sind der festen Überzeugung, dass ihre Kindern ihnen von Gott gegeben wurden, und deshalb nur sie dazu berechtigt sind zu entscheiden, was ihr Kind lernen soll. Sie sehen das Prinzip der öffentlichen Schule als Beschneidung ihrer Rechte an und halten es für Einmischung der Regierung in ihre Privatangelegenheiten. Es gibt inzwischen spezielle Computer-Lern-Software für einen „christlich“ geprägten Unterricht, bei dem beispielsweise gelehrt wird, dass Gott die Welt erschaffen hat und die Evolutionstheorie nur eine Spinnerei sei. Der Mensch habe dem natürlichen Prinzip zu folgen: Gott steht über Jesus, Jesus über dem Mann und der Mann über der Frau. Dieses Prinzip sei nicht diskutierbar und müsse einfach anerkannt werden.

Diese Strömungen haben vor allem dort große Erfolge, wo neue Wohnsiedlungen geschaffen, aber keine kulturellen Zentren eingerichtet wurden. Auf der Suche nach einer Gemeinschaft wenden sich Familien an die dort ansässigen „Kirchen“ und finden Freunde, Hobbys und Halt.
Mitglieder und Anhänger sind zum Großteil Weiße mittleren Einkommens.




Das wäre ja auch alles gar nicht so schlimm, könnte man meinen, wenn diese Ideologien nicht immer bedeutsameren Einfluss auf die amerikanische Politik hätten.

Es kommen immer wieder Fälle von Rekrutierungsversuchen innerhalb der US-Armee, an das Tageslicht. Die Anhänger eines solchen Glaubens finden sich immer häufiger auch in den Reihen des Pentagons oder anderen politischen Machtzentren.
Wenn wieder einmal republikanischer Vorwahlkampf ist, kommt kein Präsidentschaftskandidat um Veranstaltungen dieser Bewegung herum. Einige der wichtigsten Organisationen sind unter anderem „Focus On The Family“ und „Family Research Council“, die sehr starken Einfluss auf die republikanische Partei hat. So haben schon Politiker wie Mike Huckabee, Rudy Giuliani oder George W. Bush auf Veranstaltungen Reden gehalten, die allgemein als Stimmungsbarometer innerhalb der Partei gelten.


In der letzten Zeit hört man wieder häufiger von der sogenannten „Tea-Party“, einer ultra-konservative Bewegung aus den USA, die immer stärkeren Rückhalt in der amerikanischen Bevölkerung findet. Viele Anhänger der Bewegung sind gleichzeitig auch Mitglieder dieser erzkonservativen, fundamentalistischen Glaubensgemeinschaften.
Präsident Obama sehen sie nicht mehr nur als ihren politischen Gegner, sondern als ihren Erzfeind an. Sie preisen die Freie Marktwirtschaft an, sind gegen die Macht des Staates und für den Einsatz des amerikanischen Militärs. Interessant wird es aber erst, wenn man bedenkt, dass die Hauptfinanzierer der Tea-Party David Koch und sein Bruder Charles sind, denen das zweitgrößte amerikanische Privatunternehmen gehört, das unter Anderem Ölraffinerien, Kohlekraftwerke, Chemieanlagen und Holzunternehmen betreibt.

Es ist schon ziemlich traurig mit anzusehen, wie einige wenige Menschen es schaffen, Leute von Ideologien zu überzeugen, die der großen Mehrheit überhaupt nichts nutzen, sondern nur denjenigen, die die Machthebel in der Hand halten.
Da kann man nur hoffen, dass irgendwann vielleicht doch die Vernunft siegen wird.   


Quellen: 
 http://www.nytimes.com/2010/08/29/opinion/29rich.html?_r=1&partner=rss&emc=rss

Dokumentation: Die letzte Schlacht - Christliche Fundamentalisten in den USA http://www.youtube.com/watch?v=bIgeQld4riI

Bildquellen:
http://www.acquirethefire.com/images/uploads/14074162-14074164-slarge.jpg

http://cdn.spiegel.de/images/image-125003-topicbig-qkcl.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6a/Christian_Demonstrator_Preaching_at_Bele_Chere_2007.jpg/220px-Christian_Demonstrator_Preaching_at_Bele_Chere_2007.jpg

Mittschnitt aus Doku (siehe Quellenangabe)

Dienstag, 15. November 2011

Der Völkermord der Türken am armenischen Volk


Kürzlich bin ich durch Zufall auf eine Dokumentation gestoßen, bei der es um den 1. Völkermord des 20. Jahrhunderts ging: 

Den Genozid der Türken am armenischen Volk.

Die Bagdadbahn - Deportation der Armenier

Am 24. April 1915 begann die massenhafte Vernichtung der Armenier. 
Während dieser Zeit mussten  über 1,5 Millionen Menschen ihr Leben lassen.

Verwaiste und hungernde Kinder waren Alltag

Der Plan war die Vernichtung des armenischen Volkes. Mütter, Kinder und Alte wurden abgeführt, verschleppt, vergewaltigt und missbraucht.
Bereits vor 1915 wurden die Armenier (ein Großteil von ihnen waren Christen) in der Türkei diskriminiert, in dem sie höhere Steuern zahlen mussten, oder wie Bürger zweiter Klasse behandelt wurden und nicht die gleichen Rechte hatten wie Muslime.
Während des Völkermordes wurden 1000ende von Armeniern in Seen ertränkt und in Zügen deportiert um das gesamte Volk auszulöschen.



Doch das, was ein viel schwerwiegenderes Ausmaß hat ist die Tatsache, dass die Türkei bis heute offiziell den Genozid leugnet.

Journalisten, die den öffentlichen Diskurs in der Türkei suchen leben gefährlich. Sie werden verhaftet, verurteilt oder ermordet (im Januar 2007 wurde auf offener Straße ein armenischer Journalist erschossen, der jugendliche Täter wurde bis heute nicht gefasst).
Zum damaligen Zeitpunkt wusste nachweislich ein Großteil der Regierungen verschiedener Länder von diesem Massenmord, hielten sich aber mit öffentlicher Anprangerung zurück, da die Türkei ein wichtiger Verbündeter war und auch bis heute ist. Sie stellt die Verbindung der westlichen zur arabischen Welt dar und ist ein wichtiger Bündnispartner der NATO. Dies mag auch der Grund dafür sein, dass man so selten von diesen Gräueltaten hört.


 
Ertränkung der Armenier in Bergseen

Leichenberge


Ministerpräsident Erdogan deklariert bis heute, dass er die Vorwürfe des Genozids „niemals akzeptieren werde“ und Türkei die „reinste Vergangenheit“ hätte.
So ließ er Anfang dieses Jahres eine Skulptur einreißen, die 2006 von einem Künstler geschaffen worden war und an den Völkermord an den Armeniern erinnern sollte.
Selbst in Deutschland kommt es regelmäßig unter hier lebenden Türken zu Demonstrationen gegen die These des Völkermords, wobei den Opfern auf Seiten der Armenier weltweit wenig Beachtung geschenkt wird.

Warum wurde bis heute dieses Thema öffentlich ignoriert?
Warum findet es im Geschichtsunterricht kaum bzw. keinerlei Beachtung?



Meiner Meinung sollte man das Wort „EU-Beitritt“ so lange nicht in den Mund nehmen, bis sich die Türkei politisch zu seiner Vergangenheit bekennt.

Hier ein sehr gut recherchierter Beitrag (auch wenn ich sonst von Wikipedia abrate): 

Quelle und Bildquelle:
Dokumentation "Aghet - ein Völkermord"  (arte)

Sonntag, 13. November 2011

Die (Plastik-) Büchse der Pandora


Um eines schon mal vorweg zu nehmen: Wir leben im „Plastikzeitalter“.

Warum?
Jedes Jahr werden weltweit geschätzte 240 Millionen Tonnen Plastik produziert. So gut wie jeder Industriezweig ist auf Plastik angewiesen. Es gibt keinen Haushalt, der nichts aus Plastik besitzt. Plastik ist in Kleidung, Verpackungen, Flaschen, Büromaterialien, technischen Geräten wie z.B. Drucker, Kühlschränke oder Handys, Autos, Spielzeug, Babyflaschen usw. Diese Liste lässt sich noch ewig so fortführen.
Wir haben zum heutigen Zeitpunkt so viel Plastiktüten produziert, dass wir unseren Planeten ganze 6 mal damit einpacken könnten.

Was ist das Problem daran?
Ein Nachteil von Plastik ist unter Anderem, dass es sehr langsam verfällt und auch während des Zerfalls giftige Stoffe an die Umwelt abgibt. Einer der gefährlicheren Inhaltsstoffe ist Bisphenol A. Das ist eine Chemikalie, die Östrogene imitiert und unsere Gehirnentwicklung beeinflusst, was unter Anderem zu Schädigung des Erbgutes führen kann.
 Doch das eigentlich gefährliche ist, dass der Einfluss von Plastik in unserem Leben unterschwellig stattfindet.

 Plastik bringt nicht um, aber es beeinflusst doch in hohem Maße unsere Lebensqualität. 


Asthma, Funktionsstörungen, Diabetes, Krebs oder Allergien sind nur einige Beispiele für die Folgen, die unser Bedarf an Plastik mit sich gebracht hat (so hat sich beispielsweise laut der Doku „Plastic Planet“ die Spermaproduktion beim Mann in den letzten 50 Jahren um 53% verringert).

Schon heute hat jeder Mensch, der auf der Erde lebt, nachweislich Plastik in seinem Blut.

Ein anderes, vielfach verschwiegenes Problem ist, dass ein Großteil der Weltbevölkerung keine Möglichkeit hat, dass Plastik zu recyclen oder umweltgerecht zu entsorgen. Es wird einfach verbrannt, so wie man früher eben die Bananenschalen verbrannt hat. Direkt daneben spielen Kinder, säugen Mütter ihre Babys oder weiden die Kühe und Ziegen. Ich habe das in vielen Teilen der Welt vorgefunden und geschätzte 98% der Menschen vor Ort hatten keine Ahnung, dass die Dämpfe von verbrennendem Plastik gesundheitsschädlich sind. So unter Anderem in Indonesien, Ghana und Ägypten. Vor allem ist das Plastik, was in diesen Ländern hauptsächlich verkauft wird, minderwertig und enthält eine viel höhere Anzahl von Giftstoffen wie in Europa (die EU hat zumindest einige, wenn auch lasche Verbote und Vorschriften bezüglich der Inhaltsstoffe des verwendeten Plastiks).

Frau verbrennt Plastikmüll auf Lombok (Indonesien)

Die gesundheitlichen Folgeschäden für den Menschen ist nur die eine Seite.
Die Folgen für die Umwelt sind meines Erachtens heut zu Tage noch überhaupt nicht absehbar. Schon jetzt ist haben wir 60 mal so viel Plastik wie Plankton in den Weltmeeren (1995 betrug das Verhältnis von Plastik zu Plankton noch 5:1). Insgesamt landen nach Hochrechnungen von UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) jedes Jahr alleine 6,4 Millionen Tonnen Plastikmüll im Ozean
Auf jedem Quadratkilometer im Meer schwimmen 18.000 Plastikteile. 
Wenn man bedenkt, dass nur 15% des Plastiks an der Oberfläche schwimmt und die restlichen 70% auf den Grund sinken, und 15% an die Ufer gespült werden, wird einem erst das ganze Ausmaß unseres verantwortungslosen Umgangs mit dieser Ressource klar.
Fische halten es für Nahrung und essen es; und wir essen die Fische.

Ein ganz normaler Flusslauf auf Lombok (Indonesien)

Eine Kuh weidet im Plastikmüll auf Sumbawa (Indonesien)

Was haben wir für eine Alternative?
Es gibt Alternativen, wie zum Beispiel Bioplastik aus Zuckerrohrabfällen, die zu 100% biologisch abbaubar sind und auch keine (bis jetzt bekannten) gefährlichen Stoffe beinhalten. Der Anteil dieses Bioplastiks ist aber weltweit noch sehr gering und die Forschung in diesem Bereich hat erst die letzten Jahre an Bedeutung gewonnen. Aber die Nachfrage nach Alternativen wächst stetig. Denn auch das Erdöl für die Produktion von Plastik wird irgendwann knapp.


Mein Fazit?
Wir haben Plastik um uns, an uns und in uns. Und das für länger als die nächsten 500 Jahre. Ob wir wollen, oder nicht.

Beunruhigend, oder?

Ein typischer Strand in der Nähe von Marsa Alam (Ägypten)


Alle verwendeten Bilder wurden von mir vor Ort aufgenommen.
Quellen:

Samstag, 12. November 2011

Der Fall "Mediator" - Die Macht der Pharmaindustrie


Mitte der 70er Jahre wurde in Frankreich ein Mittel namens „Mediator“ von dem Pharmaunternehmen Servier entwickelt und auf dem Markt gebracht, welches die Diabetesbehandlung stärken sollte. Durch trickreiche Marketingstrategien schaffte es der Konzern das Mittel als Schlankmacher zu verkaufen, ohne dass dies in der Produktbeschreibung eingetragen war.

Über 30 Jahre lang wurde das Medikament regelmäßig an Millionen von Franzosen als eine Art Appetitzügler verschrieben, obwohl es seit etwa 15 Jahren hinreichend Studien gibt, die nachweislich belegen, dass es zu Schädigung von Herzklappen beitrug.
Es ist nicht nur bewiesen, dass das Mittel Folgeschäden bei den Patienten verursacht hat, sondern auch, dass der eigentliche Nutzen, der in der Produktbeschreibung expliziert aufgeführt wurde, also die Hemmung von Pankreaslipase [Abbau von Körperfett], nicht vorhanden war.
Mit anderen Worten: Das Medikament war nutzlos.
Darüber hinaus gehört Mediator zur Familie der Amphetamine und ist demnach in Frankreich verboten. Der Konzerne täuschte also nicht nur seine Patienten, sondern auch Aufsichtsbehörden und Ärzte, da gefährliche Inhaltstoffe verschwiegen wurden.

Durch die ausführliche Recherche einiger Journalisten konnte man einen engen Kontakt zwischen Mitarbeitern von Servier und der Arzneimittelbehörde nachweisen. Damit lässt sich auch erklären, warum die immer wieder eingereichten Untersuchungen und Forschungsergebnisse über Jahrzehnte hinweg ignoriert und unter den Tisch gefallen lassen wurden.
Problematisch ist hierbei nicht nur die enge Verstrickung zu den Aufsichtsbehörden, sondern auch Serviers enge Kontakte zur Politik (u.a. eine enge Freundschaft zwischen dem Leiter des Konzerns und Sarkozy).
In Ausschüssen, die über die Einführung oder das Verbieten eines Medikaments entscheiden, saßen regelmäßig und schon wie selbstverständlich Vertreter der Pharmaindustrie ohne jegliche Genehmigung.
Gutachter, die die Medikamente vor Markteinführung bewerten sollten, bekamen hohe Geldsummen und Servier schaffte es Ärzte, Pharmazeuten und Politiker durch Spenden, Stipendien oder sonstige Aufwendungen von den Gunsten des Pharmakonzerns abhängig zu machen. In einem Wort: Korruption!

Das Medikament "Mediator" der Firma Servier

Im März 2011 wurden schließlich insgesamt 500 Anzeigen wegen Tötung oder fahrlässiger Körperverletzung bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Bis heute wird die Zahl derjenigen, die aufgrund von Mediator gestoben sind, auf 500 bis 2.000 allein in Frankreich geschätzt.

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass laut vorsichtigen Schätzungen 5% aller Patienten wegen Einnahme von Medikamenten in Krankenhäuser eingeliefert werden,
drängt sich dem Leser eine durchaus entscheidende Frage auf:


Ist der Profit der Pharmakonzerne wichtiger als die Gesundheit der Menschen?


Quelle: Dokumentation "Tödliche Pillen: Mediator-Skandal", arte, 08.11.2011, 20.15 Uhr
Bildquelle: http://leblogueur.arte.tv/wp-content/uploads//article_mediator.jpg